Das Pferdehobby bietet Ausgleich und hebt das Wohlbefinden im Leben

1.3.2022, Juho

Das Pferdehobby ist vielseitig und belohnend. Zugleich hebt das Hobby das Wohlbefinden und lehrt seine Liebhaber Verantwortungsbewusstsein. Kanerva Ahonala, von Beruf Wellness-Coach, ist von klein auf geritten. Vor allem Islandpferde liegen ihr am Herzen.

Kanerva Ahonala ist eine leidenschaftliche Liebhaberin von Islandpferden.

Das Pferdehobby eignet sich für alle Altersstufen

Man kann in jedem Alter mit dem Pferdehobby beginnen. Reiten gehört zu den populärsten Disziplinen des Pferdesports und ist ein beliebtes Hobby bei Menschen jeden Alters. Außer Reiten umfasst das Pferdehobby auch noch andere Arbeits- und Kommunikationsformen mit dem Pferd. Außer beim Reiten werden Pferde im Rennsport und bei diversen pferdegestützten Aktivitäten eingesetzt, zum Beispiel beim therapeutischen Reiten.

Kanerva Ahonala ist eine leidenschaftliche Liebhaberin von Islandpferden. Hauptberuflich ist sie Wellness-Coach und leitet in Helsinki zwei Wellness-Center. Kanerva meint, dass das Pferdehobby der perfekte Ausgleich für ihr hektisches Stadtleben sei. „Im Stall mitten in der Natur, wenn man die saubere Luft von Vihti atmet, werden einem viele Dinge und die Prioritäten klarer“, beschreibt sie.

Wie viele andere Pferdeliebhaber hat auch Kanerva im Erwachsenenleben ihr Hobby wiederentdeckt. „Ich bin die meiste Zeit meines Lebens geritten. Als Teenager habe ich an Gangturnieren teilgenommen, sogar auf internationalem Niveau. Wegen meines Berufs war das Hobby dann etwa 15 Jahre lang in den Hintergrund geraten, bis ich es vor etwa fünf Jahren wiederentdeckt habe“, erzählt Kanerva.

Zeitlich gesehen wird beim Pferdehobby die meiste Zeit für die Pflege der Tiere aufgewandt. Die aktivsten Pferdeliebhaber verbringen pro Woche mehrere Tage und viele Stunden im Stall. Obwohl mit dem Hobby ein so großer Zeitaufwand verbunden ist, können die Vorteile so enorm sein, dass sie in allen Bereichen des Lebens sichtbar werden. So ist es auch bei Kanervat. 

„Ich gehe drei- bis viermal pro Woche in unseren Stall in Vihti und das dauert normalerweise den ganzen Tag. Es dauerte zwei Jahre, bis ich zu einer viertägigen Arbeitswoche übergehen konnte, damit ich meinem Hobby besser frönen kann, aber das war eine der besten Entscheidungen für mein Wohlbefinden. Die Dinge getrennt zu halten, gibt einem Perspektiven und macht den Kopf frei“, erläutert Kanerva. 

Zum guten Horsemanship gehört es, eine vertrauensvolle Beziehung zum Pferd aufzubauen.

Gutes Horsemanship ist der Schlüssel zum Pferdehobby

Wenn man mit dem Pferdehobby beginnt, wird Horsemanship zu einer wichtigen Sache, die es zu lernen gilt. Horsemanship ist der Schlüssel zu allem, was man tut, denn der Pferdesport basiert stets auf dem Wohlergehen der Pferde. Gutes Horsemanship beinhaltet die Pflege und Handhabung des Pferdes sowie den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Reiter und Pferd. Um ein solches Vertrauensverhältnis aufzubauen, bedarf es eines tieferen Verständnisses für die Stimmungen des Pferdes.

„Wenn man mit Pferden arbeitet, insbesondere mit jungen Pferden, muss man immer aufmerksam sein. Man muss den Gemütszustand des Pferdes tagtäglich einschätzen und Übungen machen, die für dieses Pferd passend sind. Auch für Pferde ist ein Tag nicht wie der andere, und danach muss man sich richten“, fasst Kanerva zusammen.

Der Einsatz für das Wohlergehen der Pferde ist für Kanerva von erstrangiger Bedeutung.

Wie man sein geliebtes Hobby und sein Arbeitsleben miteinander verbinden kann

Unternehmer zu sein und mehrere Pferde zu besitzen, verlangt viel Zeit, Arbeit und Organisationstalent. Kanerva beschreibt sich selbst als warmherzige und einfühlsame, aber auch ehrliche und direkte Person, die sehr gut mit Pferden umgehen kann.

Ihr erstes eigenes Pferd, Strakur, kam in die Familie, als Kanerva etwa 20 Jahre alt war. „Strakur, auch Takku genannt, ist nun schon 32 Jahre alt, er ist also schon sehr lange bei uns. Takku ist der ‚alte Griesgram‘, der jedoch trotz seiner Sturheit und Grantigkeit Aufmerksamkeit und Aktion liebt. Er ist ein guter Gesellschafter, der viele Geschichten zu erzählen hat, solange man ihm nur zuhört“, erläutert Kanerva.

Kanerva und ihre Familie besitzen den Islandpferdestall Ofeigur, gelegen in Pääkslahti bei Vihti, in einer wunderschönen Kulturlandschaft. Im Sommer 2021 wurde der Islandhengst Dagdraumur, kurz Dagis, in die Familie hineingeboren und hat trotz seines jungen Alters bereits Geschichte geschrieben – er ist das erste Islandpferd, das in Finnland aus eingefrorenem Samen künstlich gezeugt worden ist. „Dagis ist trotz seiner Kleinheit schon ein großer Mann. Ein freundliche Knutschkugel, der mit den Stuten der Herde die Allüren eines Hengstes einübt“, lacht Kanerva.

Wenn man Kanerva nach dem wichtigsten Grund dafür fragt, weswegen sie so häufig im Stall ist, kommt eine prompte und klare Antwort: „Das Wohlergehen der Pferde ist für mich von größter Bedeutung. Wenn man sich für das Wohlergehen von Pferden einsetzt, begreift man schnell, wie wichtig diese Arbeit ist. Das wiederum gibt mir viel Energie und ein gutes Gefühl.“

Wie man sich kleidet, so reitet man. Kanerva setzt bei ihrer Kleidung auf Merinowolle. Ihre Lieblingsprodukte sind aus der Sensitive-Kollektion die Merino-Unterwäsche, Schlauchschal, Socken aus Merinowolle, sowie der gut sitzende Merino-Pullover Kaarna.

Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip! So halten Sie es das ganze Jahr über im Stall aus

Da Reiten meist ein ganzjähriges Hobby ist, spielt gute, wettergerechte Kleidung eine Schlüsselrolle. „Gute Passform und Qualität sind bei der Ausrüstung sowohl des Pferdes, als auch des Reiters wichtig. Bei der Kleidung, die man im Stall trägt, muss man bei den Materialien auf den Komfort, Leichtigkeit und gute Passform achten. Die wichtigste Ausrüstung des Reiters besteht aus bequemen, wettergerechten Kleidungsstücken, einem guten Helm und sicheren Schuhen“, fasst Kanerva ihre Gedanken über das für das Reiten erforderliche Outfit zusammen.   

Merinowolle bildet schon seit einigen Jahren einen festen Bestandteil von Kanervas Kleidung. „Merinowolle kratzt nicht, fühlt sich im Sommer kühl und im Winter warm an und nimmt keine üblen Gerüche an“, listet Kanerva die Vorzüge von Merinowolle im Pferdestall auf. „Es fällt mir schwer, mein Lieblingsprodukt von North Outdoor zu benennen, weil ich verschiedene Produkte vielseitig und fast täglich verwende. Die Merino-Unterwäschegarnitur der Sensitive-Kollektion und die Merino-Socken sind jedoch die zwei Produkte, ohne die ich im Winter nicht im Stall arbeiten könnte. Die Merino-Socken schichte ich je nach Bedarf, Socken dazu finden sich bei mir in mehreren Stärken“, erläutert Kanerva.

Schichtkleidung nach dem Zwiebelprinzip ist vor allem in der Wintersaison wichtig. An den kältesten Tagen im Jahr trägt Kanerva häufig den warmen Merino-Pullover der Nature-Kollektion. Außerdem ist beim Reiten auch der Kopf- und Nackenschutz wichtig: „Der Schlauchschal der Sensitive-Kollektion ist ein für Reiter unverzichtbares Kleidungsstück! Unter dem Helm kann man schlecht eine Mütze tragen, aber der über die Ohren gezogene Schlauchschal ist perfekt“, begeistert sich Kanerva.

Auf Gangturnieren geht es darum, das Pferd und seine verschiedene Gangarten in bestmöglicher Weise zu präsentieren.

Die Gangprüfung ist eine Spezialdisziplin für Islandpferde

Durch ihre Mutter, die in jungen Jahren eine begeisterte Pferdeliebhaberin war, ist Kanerva bei Islandpferden gelandet. „Ich habe festgestellt, dass viele Freunde aus meiner Altersgruppe in ihr Elternhaus oder ihre Heimat zurückkehren. Wir sind in meiner Kindheit viel umgezogen, und ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass einer dieser Orte meine Heimat ist. Ich habe dagegen das Gefühl, dass die Pferde mir die Kindheitsatmosphäre schaffen, in die ich zurückkehren möchte“, sagt Kanerva.

Das erste Pferd der Familie, die Islandstute Brunka, war schon in der Familie, als Kanerva geboren wurde. Später hat Kanerva auf Draumur, einem Fohlen von Brunka, reiten gelernt. „Man könnte sagen, dass ich auf einem Pferd geboren wurde“, lacht Kanerva.

Islandpferde beherrschen nicht nur die Grundgangarten, also Schritt, Trab und Galopp, sondern meist auch noch den einen oder anderen Spezialgang. Die Gangart bezieht sich auf die verschiedenen Bewegungsweisen des Pferdes. Die speziellen Gangarten des Islandpferdes sind der Tölt und der Fliegende Pass. Im besten Fall können Islandpferde also bis zu fünf Gangarten beherrschen. Eine Gangpferdeprüfung ist eine Spezialdisziplin für Islandpferde. Auf Gangturnieren geht es darum, das Pferd und seine verschiedene Gangarten in bestmöglicher Weise zu präsentieren. In Finnland werden Gangturniere vom Finnischen Islandpferdeverband Sihy organisiert.

Kanerva hält die Vielseitigkeit für die beste Eigenschaft der Islandpferde. Aber die Vielseitigkeit beschränkt sich nicht nur auf die Beherrschung der Gangarten. „Neben den fünf Gangarten kann man mit Islandpferden auch Dressur reiten, an Springreitwettbewerben teilnehmen und lange Wanderungen im Gelände unternehmen. Das Nervengerüst und der Charakter der Islandpferde eignen sich oft auch für verschiedene Formen der pferdegestützten Therapie. Das Islandpferd ist von Natur aus ein sowohl für Kinder, als auch Erwachsene geeignetes Pferd. Die Besten stellen sich in ihrem Laufdrang und Tempo auf den Reiter ein und sind somit sichere Pferde für alle Reiter.“

In ihren Zukunftsträumen kehrt Kanerva in die Wettkampf-Szene zurück. Im Bild einer der beiden Neuankömmlinge der Pferdefamilie von Kanerva, Jarl.

Am wichtigsten ist es, den Mut zum Träumen zu haben

Die beiden letzten Neuankömmlinge in Kanervas Pferdefamilie sind zwei 8-Jährige: Jarl (oder Jartsa) und Jarhletta (oder Jarla). Die Pferde sind Ende August 2021 von Island nach Finnland gekommen. „Jartsa ist genau der Richtige für mich, was sein Ausbildungsniveau anbelangt. Fähig, aber noch lange nicht fertig. Ich bin mir sicher, dass wir uns in den kommenden Jahren noch gehörig weiterentwickeln werden“, meint Kanerva.

Kanerva träumt davon, allmählich in die Welt der Gangturniere zurückzukehren. In ihrer Jugend hat Kanerva sogar als Mitglied der Nationalmannschaft an Gangturnieren teilgenommen. Nun träumt sie davon in Zukunft noch einmal das gleiche Niveau zu erreichen.

Die Herausforderungen auf dem Weg zum Erfolg auf Gangturnieren liegen darin, dass die Zahl der Islandpferde gewachsen ist, dass das Niveau der Wettkämpfe heute höher liegt und dass sich in dieser Sportart verschiedene Veränderungen vollzogen haben. Außerdem lässt sich das Potenzial eines jungen Pferdes schwer vorhersagen. Wenn es darum geht, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, will Kanerva von der Kapazität des Pferdes ausgehen. Kanerva ist jedoch eine beharrliche und zielstrebige Frau, die den Mut zum Träumen hat: „Träumen nährt die Motivation, also zügele ich meine Träume nicht.”

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